StadtpflÀnzchen im SWR-Fernsehen

Das StadtpflĂ€nzchen Emmendingen findet immer mehr Aufmerksamkeit bei BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern und nun auch bei den Medien. Der SWR schickte ein Filmteam nach Emmendingen, das Aufnahmen vor Ort machte. Der Beitrag ist nach ca. 35 Minuten in der SWR-Mediathek Landesschau Baden-WĂŒrttemberg vom 26.1.2024 zu finden.

Im Mittelpunkt der Berichterstattung: Maria Steinmetz-Hesselbach. Sie ist die treibende Kraft und bringt das StadtpflĂ€nzchen Emmendingen seit nunmehr fast drei Jahren nach vorne. Das vom SPD-Ortsverein Emmendingen initiierte und auf den Weg gebrachte StadtpflĂ€nzchen stellt Interessierten nachhaltiges Saatgut kostenlos zur VerfĂŒgung. Die herzliche Bitte, die damit verbunden ist: Bringt von eurer Ernte dann wieder Samen zum StadtpflĂ€nzchen zurĂŒck. Denn Ziel der Aktion ist es, sich selbst vermehrendes, nachhaltiges und regionales Saatgut wieder verstĂ€rkt in den Fokus der GĂ€rtnerinnen und GĂ€rtner zu rĂŒcken und zur Verbreitung und Vermehrung von samenfestem Saatgut beizutragen.

Mit der in der Stadtbibliothek in Emmendingen angesiedelten Saatgut-Bibliothek, mit der Homepage „stadtpflaenzchen.de“ und den von Maria geplanten und durchgefĂŒhrten Veranstaltungen wie „Samenbomben basteln“ oder „Gemeinsam eintĂŒten“ ist das StadtpflĂ€nzchen inzwischen bei den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern angekommen. Immer mehr Interessierte holen sich Saatgut und, was besonders erfreulich ist, bringen dann auch wieder Samen zurĂŒck zum StadtpflĂ€nzchen.

Nun gesht das SradrpflĂ€nzchen Emmendingen ins dritte Jahr. Immer mehr Menschen haben sich der Initiative angeschlossen, holen Saatgut im FrĂŒhjahr und bringen einen Teil ihrer Samenernte dann auch wieder zum StadtpflĂ€nzchen zurĂŒck.

Mit diesem Link kommt man direkt zu der Sendung „Landesschau Baden-WĂŒrttemberg vom 26.1.2024“ zum Beitrag ĂŒber das Emmendinger StadtpflĂ€nzchen: https://www.swrfernsehen.de/landesschau-bw/landesschau-baden-wuerttemberg-vom-2612024-100.html

 

Winterblume Christrose

Es ist Winterzeit und es ist eine trĂŒbe, dunkle Zeit, vor allem wenn Regen statt Schnee vom Himmel fĂ€llt. Nur die Christrose entfaltet ihre BlĂŒten zur Weihnachtszeit und weckt den Garten aus dem Winterschlaf. Wenn sich die meisten anderen Pflanzen im Winterschlaf befinden, haben sie ihren großen Auftritt.  Es ist alljĂ€hrlich ein Wunder, wenn sich die BlĂŒtenpracht der Christrose in der sonst tristen Natur entfaltet. Ab Ende Oktober beeindruckt uns das strahlende weiß der BlĂŒten. Ab November bis April lĂ€sst uns die Christrose, auch Schneerose oder Lenzrose genannt, mit ihren gelb, rosa und roten, aber auch in krĂ€ftigen lila Tönen den FrĂŒhling erahnen.

Die Christrose ist einer der Ă€ltesten Kulturpflanzen und um sie ranken sich viele Legenden und Mythen. Die Christrose wurde frĂŒher im Volksmund mit Namen bedacht wie Nieswurz, Krötenliie, Warzenfluch, die nicht gerade werbewirksam waren fĂŒr die schĂ€tzenswerten Gartenpflanzen der Helleborus. Die zerriebenen Wurzeln sollten frĂŒher den ErzĂ€hlungen nach als Niespulver genutzt worden sein. Sicher ist, dass die Menschen der Antike schon wussten, dass die Gifte der Hellborus einerseits Drogen sind, deren Genuss Schwindel, Erbrechen, KrĂ€mpfe und LĂ€hmungen hervorrufen, die zum Tode fĂŒhren können – andererseits in richtiger Dosierung Heilmittel fĂŒr Mensch und Tier sein können. Wurzelstöcke von Helleborus niger, der Schwarzen Nieswurz, wurden frĂŒher gerĂŒhmt fĂŒr ihrer positive Wirkung bei Geisteskrankheiten.

Das natĂŒrliche Vorkommen der Christrose liegt in den Kalkalpen von Österreich, Slowenien und Italien. Aber auch im Berchtesgardenerland ist die streng geschĂŒtzte Pflanze zu Hause. Sie findet bereits ErwĂ€hnung in antiken ErzĂ€hlungen und war schon den Germanen heilig. Im Mittelalter wurden ihr sogar allerlei Heil- und auch ZauberkrĂ€fte zugeschrieben.

Der Inbegriff von Christrosen ist sicherlich die weiße Christrose, Helleborus niger, die ihrer schwarzen Wurzel wegen auch „Schwarze Nieswurz“ genannt wird.

Diese schönste Art ist gleichzeitig auch die eigenwilligste. SĂ€mlinge erblĂŒhen erst nach drei bis vier Jahren, dafĂŒr können sie an geeigneten Standorten uralt werden. Sie wollen möglichst wenig bewegt werden. Nach dem Pflanzen zeigt sie erst im dritten Jahr ihre volle Schönheit. Teilen kann man sie am ehesten im spĂ€ten Sommer. Beim Pflanzen mĂŒssen die Wurzeln senkrecht in die Erde kommen. Die Christrose benötigt kalkhaltige (!), lehmdurchsetzte Humusböden mit Mulchschicht, die vor allem bis zum frĂŒhen Sommer nicht austrocknen sollten. Starke Wurzelkonkurrenz sollte man Helleborus niger ersparen. In sauren, torfigen Böden werden sie von pilzlichen Blattflecken-Krankheiten befallen, die die Pflanzen sehr schĂ€digen. In unserer schneearmen Gegend sollten sie einen halbschattigen, warmen windgeschĂŒtzten Platz erhalten.

Die frĂŒheste Rasse Helleborus niger „Praecox“ beginnt schon im Oktober zu blĂŒhen. Die Sorte H. n. „Altifolius“ trĂ€gt den Namen „Christrose“ mit der grĂ¶ĂŸten Berechtigung, denn ihre HauptblĂŒtezeit ist tatsĂ€chlich um das Weihnachtsfest herum – alljĂ€hrlich wieder ein großes Wunder! Gut, dass Christrosen in der BlĂŒte etliche Frostgrade ĂŒberstehen können.

2023 war ein schwieriges Gartenjahr

Der Sommer hatte alles zu bieten, sonnige, trockene und heiße Phasen wurden von durchwachsenen und kĂŒhlen Wetterphasen abgelöst. SchwĂŒlheißes Wetter mit krĂ€ftigen Unwettern vieler Orts war in diesem Sommer hĂ€ufig anzutreffen. Baden-WĂŒrttemberg schwitzt bei heißen Temperaturen deutschlandweit besonders. Der diesjĂ€hrige Sommer war ĂŒberdurchschnittlich warm. Am wĂ€rmsten war es entlang der Oberrheinebene zwischen Frankfurt und Freiburg. Wir wurden hier regelmĂ€ĂŸig von „Hitzeglocken“ aus SĂŒdeuropa heimgesucht.

Deshalb mĂŒssen wir unseren Garten neu ĂŒberdenken. Schon jetzt haben es durstige Pflanzen und der Zierrasen schwer, denn im Sommer wird das Wasser zunehmend knapp und steht nicht immer unbegrenzt zur VerfĂŒgung. Mit einer durchdachten Gestaltung lassen sich das Mikroklima im Garten und die Lebensbedingungen fĂŒr unsere Pflanzen verbessern. Stichworte sind hier:  Kraterbeete oder Permakultur. Durch ein kluges Wassermanagement kann so fĂŒr Zeiten von Hitze und Trockenheit vorgesorgt werden. DarĂŒber hinauskann bei Starkregen das Wasser im Boden versickern, wodurch auch die Gefahr von Hochwasser verringert wird. SchottergĂ€rten verhindern die Versickerung und sind generell schĂ€dlich und zu vermeiden. Pflanzen sollten die Hauptakteure im Garten und Vorgarten sein, denn sie verbessern das Mikroklima, schĂŒtzen den Boden und bieten Nahrung und Lebensraum fĂŒr Tiere.

Auch wir, von der Initiative „StadtpflĂ€nzchen“, haben den nicht so ertragreichen Sommer zu spĂŒren bekommen. Trotzdem haben sich Menschen nicht nur kostenlos ihre SamentĂŒtchen „ausgeliehen“, sondern uns auch wieder von ihrem gewonnen Saatgut zukommen lassen. Allen, die uns Samen vorbei gebracht haben, sagen wir ein dickes Danke schön! Wir hoffen, dass sich noch ein paar Saatgutspender finden werden. Und dass diese immer mehr werden. Denn nur so kann unser Projekt „StadtpflĂ€nzchen“ auf Dauer funktionieren.

Doppeltes PrimelvergnĂŒgen: Premiere im Haus, zweiter FrĂŒhling im Garten

Winter ade, möchte man singen, wenn uns in den BlumengeschĂ€ften oder in den Gartencentern in goldgelb, orange, verschiedenen Blau-, Violett- und Rosatönen, in roten und rostigen Nuancen und in Weiß die Primeln entgegen lachen. Palettenweise möchte man sie nach Hause tragen, um draußen die bis dato verwaisten Schalen, Töpfe, KĂ€sten zu bepflanzen und den FrĂŒhling herbeizuzaubern. Denn die Primel, die uns als Topfpflanze so bezaubert, ist ja eine Staude und sogar winterhart. In erster Linie werden die großblumigen Hybriden von Primula acaulis bzw. Primula vulgaris von Dezember bis April als LĂŒckenbĂŒĂŸer vermarktet, fĂŒr halbschattige GartenplĂ€tze. Aber nicht nur dort sind Primeln prima. Jetzt kann man drinnen im Haus der schönsten Primellust frönen, einfach nur in der Lieblingsfarbe oder in verschiedenen Nuancen einer Farbrichtung oder in lustigem Kunterbunt. Vielleicht auch ganz in Weiß mit kleinem oder großem unterschiedlich getöntem „goldigen“ Herzchen?

Die Qual der Wahl ist bei den prĂ€chtigen Farben ebenso groß wie bei der Suche nach einem besonderen, ausgefallenen PflanzgefĂ€ĂŸ. Eine Suppenterrine, KeramikschĂŒssel oder gar ein Nachtgeschirr? Alles schon mal dagewesen. VorzĂŒglich eignen sich Körbe in jeder Form, Körbe, die sich mit Heu, Stroh und/oder trockenen GrĂ€sern, mit Ranken, biegsamen Zweigen, BĂ€ndern und Borten und Kordeln natĂŒrlich „aufmotzen“ lassen.

Mit perforierter Folie ausgeschlagen, wird jeder Korb zum PflanzgefĂ€ĂŸ. FĂŒr welches GefĂ€ĂŸ Sie sich auch entscheiden: Es kann nur vorĂŒbergehend als Primelquartier dienen. Denn nach der BlĂŒte sollten die vor kultivierten Primeln an ein halbschattiges PlĂ€tzchen in den Garten gesetzt werden. Dort erleben sie ihren zweiten FrĂŒhling. Man kann sich eine kunterbunte Primelecke einrichten, die Jahr fĂŒr Jahr all die „FrĂŒhchen“ vom Zimmerintermezzo aufnimmt, denn zum Wegwerfen sind sie wirklich zu schade.

Melisse

Zitronenmelisse – Aromatisch duftendes Immenblatt

Melissa officinalis, auch Zitronenkraut oder Zitronenmelisse genannt, hat eine sehr enge Beziehung zu Honig und Bienen. Mit ihrem sĂŒĂŸen Duft anlockend, bildet die blĂŒhende Pflanze eine hervorragende Bienenweide. Damit die Bienen in der NĂ€he der Bienenstöcke blieben, pflegten frĂŒher die Imker die Körbe mit MelissenblĂ€tter einzureiben.

UrsprĂŒnglich war die Melisse im Vorderen Orient und im Mittelmeerraum zu Hause. Die Kenntnisse von den heilsamen Wirkstoffen der Pflanze reichen weit zurĂŒck. Bereits die Griechen und Römer schĂ€tzten und nutzten die Melisse.

Bei uns ist die Pflanze seit langem heimisch, hat sich dem rauen Klima angepasst und ist bei Feinschmeckern, Bienenfreunden und Naturheilkundigen beliebt. Frische MelisseblĂ€ttchen geben Saucen, Salaten, Eintöpfen und eingekĂŒhlten Sommersuppen eine raffinierte WĂŒrze. Das Kraut ist besonders reich an Ă€therischen

Ölen, Gerb- und Bitterstoffen, die vor allem nervenstĂ€rkend und krampflösend wirken.

Melissentee beruhigt bei nervösem Herzklopfen und Schlafstörungen, entspannt bei Monatsbeschwerden und Kopfschmerzen. Der Saft aus zerdrĂŒckten, frischen BlĂ€ttern ist ĂŒberraschend wirkungsvoll bei Bienen- und Insektenstichen,

wenn die Einstichstelle sofort mit den BlĂ€ttern abgerieben wird. Die anspruchslose Melisse wĂ€chst ĂŒberall und fĂŒhlt sich selbst in BalkonkĂ€sten oder grĂ¶ĂŸeren Blumentöpfen wohl. Eine regelmĂ€ĂŸige Kompostgabe ist die beste

Nahrungsgrundlage. Die ausdauernde Staude wird bis zu einem Meter hoch, besitzt einen verzweigten Wurzelstock, der kurze AuslĂ€ufer treibt und ĂŒberwintert als Grundrosette. Als Gestalterin lebender Gartenbilder stelle ich immer

wieder fest, dass Pflanzen mit schönem Blattwerk und gutem Duft dabei sehr brauchbar sind.

Neben der grĂŒnblĂ€ttrigen normalen Melisse gibt es eine Variante „Melissa off. „Aurea“, die mit ihren goldgelb leuchtenden BlĂ€ttern besticht.

Mit einer Höhe von nur 50 Zentimetern lĂ€sst sie sich wunderbar sowohl in sonnigen als auch in schattigen Bereichen einsetzen. Das BlĂŒhen ist gĂ€nzlich nebensĂ€chlich; richtig sattsehen kann man sich an den Mustern und Strukturen.

Maria

Mulchen

Mulchen – der Natur auf die Finger geschaut

Bei der Arbeit im Garten sollte die Natur unser Vorbild sein. Betrachten wir den Boden in einem Laubwald, so werden wir feststellen, daß er nie „nackt“ und ungeschĂŒtzt daliegt. Jedes Fleckchen ist entweder mit Pflanzen bewachsen oder von Laub und abgestorbenen Pflanzenteilen bedeckt. Diese Streuschicht schĂŒtzt den darunterliegenden Boden vor ĂŒbermĂ€ĂŸiger Sonneneinstrahlung, aufprallendem Regen, austrocknenden Winden und anderen WitterungseinflĂŒssen. Diesen Zustand können wir in unserem Garten nachahmen, indem wir den Boden zwischen den Blumen- und GemĂŒsebeeten, unter StrĂ€uchern und BĂ€umen mit einer Schicht aus GrĂŒnschnitt, Stroh oder Rindenhumus abdecken. Durch Mulchen werden eine ganze Reihe guter Wirkungen erzielt. Unter der Mulchdecke entsteht ein Bereich dunkler Feuchtigkeit, den unsere wichtigsten Mitarbeiter im Garten, die Bodenlebewesen, lieben. Durch den Mulch wird ihre AktivitĂ€t enorm gefördert; Regenwurm, Asseln und viele andere kleine und kleinste nĂŒtzliche Gartenbewohner finden unter der Mulchdecke einen idealen Lebensraum, geschĂŒtzt vor Trockenheit, prallem Sonnenlicht und grĂ¶ĂŸeren Temperaturschwankungen. Durch diese rege BodentĂ€tigkeit und die stĂ€ndige Zufuhr humusbildender organischer Substanzen entsteht eine krĂŒmelige Bodenstruktur, die wiederum fĂŒr die Pflanzen optimale Wachstumsbedingungen bietet. Wasser- und Lufthaushalt sind in harmonischem Gleichgewicht. WasserĂŒberschĂŒsse werden schnell abgeleitet, so daß keine StaunĂ€sse entstehen kann. Andererseits kann der so gut vorbereitete Boden auch fĂŒr lĂ€ngere Trockenperioden bestens Wasser speichern. Unter der Mulchdecke kann er nicht verschlĂ€mmen und verkrusten. Diese gleichmĂ€ĂŸige Wasserversorgung der Pflanze verhindert Wachstumsstockungen und schaltet damit eine wesentliche Ursache fĂŒr den Blattlausbefall aus. In Hanglagen wird der Boden leicht durch Wind und Wasser abgetragen. Nach starken RegenfĂ€llen finden sich hĂ€ufig die wertvollsten feinen Bodenteilchen am Hangfuß zusammengeschwemmt. Eine Mulchdecke verhindert das. Gleichzeitig unterdrĂŒckt der Mulch das Unkraut. Durch den Lichtentzug haben SamenunkrĂ€uter keine große Chance, sich zu entwickeln, und das spart eine Menge Arbeit! Zu guter Letzt braucht ein gemulchter Boden viel weniger Gießwasser, da ihm durch die Decke kaum Wasser durch Verdunstung verlorengeht. Und jetzt im SpĂ€therbst und Winter hĂ€lt die Mulchschicht die WĂ€rme im Boden und wirkt regulierend auf die Temperatur.

Zum Mulchen eignet sich unter anderem GrĂŒnschnitt, Kompost, Laub, Stroh, Rindenmulch, gehĂ€ckselter Baumschnitt und gesundheitsfördernde KrĂ€uter wie Beinwell oder Brennessel.

Der Mulch verrottet im Laufe der Zeit und es werden NÀhrstoffe frei gesetzt. Die Humusbildung und das Bodenleben werden gefördert. Der Boden wird feucht gehalten und der Unkrautwuchs wird verhindert. Aber je nach Material kann die Mulchschicht leider auch Schnecken anlocken.

Maria

„SamenbĂ€llchen“ basteln

„SamenbĂ€llchen“ basteln fĂŒr Bienchen und Co

Zutaten:

  • 200 Gramm Pflanzenerde ohne Torf
  • 200 Gramm Tonpulver
  • 3 PĂ€ckchen Saatgut (z.B. kostenlos beim StadtpflĂ€nzchen in der Stadbibliothek in Emmendingen)
  • etwas Wasser und eine SchĂŒssel

Tipp: 

Gemahlene Tonerde gibt es auch in Drogerien oder im Internet.

Anleitung:

Das Basteln von „SamenbĂ€llchen“ ist eine großartige Möglichkeit, um Blumen oder KrĂ€uter in deiner Umgebung zu verbreiten. Hier ist eine einfache Anleitung, um deine eigenen „SamenbĂ€llchen“ herzustellen:

Schritt 1: Samen auswÀhlen

WÀhle Samen von Blumen oder KrÀutern, die in deinem Klima gut gedeihen. Du kannst verschiedene Samen mischen, um eine bunte Mischung zu erhalten. Beliebte Optionen sind Sonnenblumen, Kornblumen, Ringelblumen, Basilikum oder Koriander.

Schritt 2: Erde vorbereiten

Nimm hochwertige Blumenerde und vermische sie in einer SchĂŒssel mit etwas Wasser, bis sie feucht, aber nicht zu matschig ist. Achte darauf, dass die Erde genug Feuchtigkeit enthĂ€lt, damit die Samen keimen können.

Schritt 3: Samen hinzufĂŒgen

Mische die Erde mit dem Tonpulver und den Samen. Dann vorsichtig etwas Wasser dazu geben. Mische alles gut durch, um sicherzustellen, dass das Samenmaterial gleichmĂ€ĂŸig verteilt sind. Sollte die Masse zu nass geworden sein, noch etwas Erde oder Sand dazu geben bis die Msse gut geformt werden kann. Die „BĂ€llchen“ etwa 2-3 Tage trockenen lassen.

Schritt 4: Formen der „SamenbĂ€llchen“

Nimm eine Handvoll der Samen-Erde-Mischung und drĂŒcke sie fest zusammen, um eine kompakte Kugel von circa 3-4 cm Durchmesser zu formen.

Schritt 5: Trocknen lassen

Lege die geformten „SamenbĂ€llchen“ auf Zeitungspapier  oder setze sie in einen Eierkarton und lasse sie vollstĂ€ndig trocknen. Das kann etwa 2 Tage dauern.

Schritt 6: Verwendung der „SamenbĂ€llchen“

Sobald die „SamenbĂ€llchen“ getrocknet sind, kannst du sie verwenden, um Pflanzen an verschiedenen Orten zu verbreiten. Du kannst sie in öffentlichen Parks, GĂ€rten oder BrachflĂ€chen werfen. Die „SamenbĂ€llchen“ brechen auf, wenn sie mit Wasser in Kontakt kommen, und die enthaltenen Samen werden keimen und wachsen.

Schritt 7: Geduld haben und beobachten

Nachdem du die „SamenbĂ€llchen“ verteilt hast, sei geduldig und beobachte, wie die Samen keimen und sich zu Pflanzen entwickeln. Es kann einige Wochen dauern, bis die ersten grĂŒnen Triebe erscheinen.

Hinweis: Achte darauf, dass du die Samenbomben an geeigneten Orten verwendest und keine Pflanzenarten verbreitest, die als invasiv oder schĂ€dlich fĂŒr die lokale Umwelt gelten. Respektiere Pivateigentum und öffentliche Regeln bei der Verbreitung der „SamenbĂ€llchen“.

Viel Spaß beim Basteln und beim Beobachten der wachsenden Pflanzen!

SamentĂŒtchen 18.10.: Phacella

Anbau: Phacelia kann in milden Lagen bereits im MĂ€rz, sonst Ende April direkt ins Beet etwa ein bis zwei Zentimeter tief ausgesĂ€t werden. Bei 12 bis 18 Grad Celsius keimen die Samen innerhalb von 14 Tagen. Da die Pflanze kĂ€lteempfindlich ist, sollte man mit der Aussaat warten, bis keine Bodenfröste mehr drohen. Als GrĂŒndĂŒngungspflanze ist der Bienenfreund hierzulande beliebt. Im Dezember werden die StĂ€ngel dann abgeschnitten, das Kraut bleibt auf den Beeten liegen. Im FrĂŒhling arbeitet man die Pflanzenreste beim Umgraben mit in den Boden ein. Dies produziert wichtigen Humus. Die nachfolgenden GemĂŒse profitieren von der tief gelockerten, nĂ€hrstoffreichen Erde.

Pflege:

Phacelia ist recht trockenheitsvertrĂ€glich und braucht nicht viel Pflege. Nur wĂ€hrend der Wachstumsphase sollte eine ausreichende BewĂ€sserung gewĂ€hrleistet sein. Einmal im Monat kann man den Bienenfreund mit etwas DĂŒnger versorgen, um ihn in BlĂŒhlaune zu halten. Um eine Selbstaussaat zu vermeiden, sollte die Pflanze vor der Fruchtbildung geschnitten werden.

Samenernte:

Sind  die Samen reif, springen die zweispaltigen, braunen KapselfrĂŒchte bei BerĂŒhrung leicht auf. Sofort sind die Samen sichtbar und lassen sich leicht herausschĂŒtteln. Nach dem Trocknen können sie dann im nĂ€chsten FrĂŒhjahr ausgesĂ€t werden. In der Regel reift die Saat vom Bienenfreund ungleichmĂ€ĂŸig. Unreife Samenkörner sind generell nicht keimfĂ€hig, sie reifen auch nicht nach. Das Saatgut dieser Pflanzen ist generell kĂ€lte- und frostempfindlich. Bei Temperaturen unter minus fĂŒnf Grad sterben sie ab.

SamentĂŒtchen 18.9.: Waldstaudenroggen

Anbau:

MehrjĂ€hrige, sehr frostharte und anspruchslose GrĂŒndĂŒngungspflanze, starke Bestockung und intensive Durchwurzelung des Bodens, gut geeignet als Winterzwischenfrucht, schneller Aufwuchs auch bei Trockenheit. Saattiefe: 1-2 cm. Waldstaudenroggen kann man am besten zweijĂ€hrig anbauen. Im ersten Jahr arbeitet man das Schnittgut als GrĂŒndung unter. Waldstaudenroggen ist sehr frostharte und anspruchslose. Die Pflanze sorgt fĂŒr eine gute Durchwurzelung des Bodens.  Aussaatzeit: Mitte MĂ€rz – Mitte Oktober. Die Saattief sollte 1-2cm betragen

Pflege:

Sie Kann  auf fast allen Böden anbauen werden, nur zu feuchte sollte man meiden.

Samenernte:

Im zweiten Jahr  kann man die Samenkörner ernten.

SamentĂŒtchen Nr. 18.8.: Leindotter

Anbau:

Zur GrĂŒndĂŒngung wird der Leindotter zwischen MĂ€rz – Mai oder September – Oktober ausgesĂ€t.Der anspruchslose Leindotter mit seinen traubigen BlĂŒtenstĂ€nden mit hell- bis dunkelgelben BlĂŒten ist eine der Ă€ltesten heimischen Kulturpflanzen und wird aufgrund der ölhaltigen Samen mit hohem Anteil an ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren kultiviert. Die jungen BlĂ€tter sind essbar; die Samen können in der KĂŒche verwendet oder Sprossen gezogen werden. Bei Leindotter handelt es sich um eine einjĂ€hrige und rasch wachsende Pflanze. Er ist ein Lichtkeimer und sollte bei der Ausaat nur dĂŒnn mit Erde bedeckt sein. Leindotter ist fĂŒr eine kurzfristige BegrĂŒnung geeingnet. Er hinterlĂ€sst eine gute Bodengare. Leindotter ist nicht winterhart und friert sicher ab.

Pflege:

Leindotter möchte sonnig und eher Trocken stehen. Er ist ein Schwachzehrer und braucht keine besondere Pflege.

Saatguternte:

Samen reifen in kleinen Kapseln und die anze Kapsel kann geerntet werden.